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Impotenz

Millionen deutsche Männer sind betroffen

Um die Häufigkeit von Potenzproblemen bei Männern abschätzen zu können, waren Wissenschaftler lange Zeit auf eine Studie aus den 40er-Jahren angewiesen. Seit 1994 gibt es eine neuere, umfassende, wissenschaftlich anerkannte Studie aus den USA: Sie belegt, dass ein fortgeschrittenes Alter und bestimmte chronische Erkrankungen das Risiko erhöhen, impotent zu werden.

Die so genannte "Massachusetts Male Aging Study" (MMAS-Studie) belegt das gesamte Ausmaß der Schwierigkeiten von Männern im Bett: In ihr hatten US-amerikanische Wissenschaftler knapp 1300 Männer zu Alter, Gesundheit und verschiedenen Aspekten der sexuellen Aktivität und Funktion befragt. Wie die Ergebnisse zeigten, gab immerhin die Hälfte der befragten 40- bis 70-Jährigen an, dass ihre Potenzfähigkeit zumindest gering gestört ist. Insgesamt wiesen 17 von 100 Männern eine geringe, 25 von 100 eine moderate und 10 von 100 eine komplette Impotenz auf.

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Impotenz-Risiko steigt mit zunehmendem Alter

Darüber hinaus bestätigte die Studie ältere Untersuchungen, nach denen der Verlust der Potenz stark altersabhängig ist. In der Altersspanne von 40 bis 70 Jahren stieg der Anteil der Männer mit kompletter Impotenz immerhin auf das Dreifache: von 5 auf 15 Prozent. Bei der moderaten Impotenz kam es im gleichen Zeitraum zu einer Verdopplung (von 17 auf 34 Prozent), die Häufigkeit der geringen Impotenz hingegen blieb konstant bei 17 Prozent. Von den 70-Jährigen hatte nur noch ein Drittel keinerlei Probleme im Bett.

Diese Altersabhängigkeit konnte auch in einer deutschen Studie im Jahr 2000 bestätigt werden. Im "Cologne Male Survey" hatte knapp ein Fünftel der männlichen Teilnehmer im Alter zwischen 30 und 80 Jahren Erektionsstörungen, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter schrittweise stieg.

Chronische Erkrankungen erhöhen Risiko

Die Zahlen der MMAS-Studie belegen zudem, was man bereits auf Grund der Krankheitsentstehung vermuten kann: Da bei der Erektion der Blutfluss im Penis und die Weitergabe von Nervenimpulsen (z.B. vom Gehirn zum Penis oder umgekehrt) eine wichtige Rolle spielt, könnte sie immer dann gestört sein, wenn die entsprechenden Körperfunktionen gestört sind, weil chronische Erkrankungen vorliegen. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Arteriosklerose, Nervenerkrankungen und erhöhte Blutfettwerte.

Tatsächlich waren in der MMAS-Studie Männer mit chronischen Erkrankungen deutlich stärker von der Impotenz betroffen als gesunde Teilnehmer. Wurden die ausgewerteten Daten bezüglich des Alters korrigiert (was aus statistischen Gründen notwendig ist), hatte in der Gesamtgruppe knapp ein Zehntel der Männer Erektionsstörungen (10 von 100). In der Gruppe der Diabetiker hingegen waren knapp 30 von 100, in der Gruppe mit Herzkrankheiten sogar knapp 40 von 100 und in der Gruppe mit Bluthochdruck 15 von 100 Männern betroffen. Auch dies ließ sich für Deutschland in der Kölner Studie bestätigen.

Mehrere Millionen deutsche Männer sind betroffen

Aus ihren Daten ermittelten die amerikanischen Wissenschaftler, dass etwa 18 Millionen Männer im Alter zwischen 40 und 70 Jahren in den USA unter Erektionsstörungen leiden. Urologen aus Deutschland haben diese Berechnung auf die hiesigen Verhältnisse übertragen: Demnach sind hierzulande vier bis sechs Millionen aller Männer betroffen.

Nur wenige Erkrankte gehen zum Arzt

Die Anzahl der Erkrankten, die zum Arzt gehen, ist vergleichsweise gering: Die deutschen Urologen nehmen aufgrund von weiteren Untersuchungen an, dass nur etwa ein Zehntel der Männer um die 50 Jahre mit Erektionsstörungen seine Probleme mit einem Arzt bespricht. Die Gründe dafür sind noch unbekannt. Möglicherweise ist die Männerkrankheit in den Arztpraxen weit unterschätzt oder den betroffenen Männern und ihren Partnerinnen gelingt es - insbesondere bei geringeren Störungen - sich mit der Situation zu arrangieren.

Quellen:

Stief CG et al: Zeitgemäße Therapie der ED, Springer-Verlag, 1998.

Brock G: Pharmacologic Advancements in the Treatment of Erectile Dysfunction. April 2003. www.medscape.com


Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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