
Sport
Sport bei Potenzproblemen empfehlenswert
Dass Sport bei Übergewicht oder Gelenkbeschwerden wirkt, liegt auf der Hand. Warum aber legen Ärzte Männern mit Erektionsstörungen körperliche Bewegung ans Herz? So viel steht fest: Potenzprobleme lassen sich durch Sport nicht beheben. Doch steigern Jogging, Schwimmen oder Tennis das Wohlbefinden und das kann eine Behandlung, z.B. mit Tabletten, unterstützen.
Männer mit Erektionsstörungen grübeln häufig über die Ursachen ihres Leidens, entwickeln Versagensängste und bangen um ihre Partnerschaft. Die gedrückte Stimmung aber steht einer Heilung im Wege, denn sie kann die Potenzprobleme verstärken. Sport hilft diesen Teufelskreis zu durchbrechen: Er kann trübe Gedanken vertreiben oder ihnen zumindest die ganz große Schwere nehmen. Denn ausgiebige Bewegung macht erwiesenermaßen zufriedener. Besonders bei Ausdauersportarten wie Jogging und Walking können Endorphin-Hormone freigesetzt werden, die Läufer auch Runner's High nennen.
Sport stärkt das Körpergefühl
Ein weiterer Vorteil von Sport: Stress und Wut werden abgebaut. Außerdem fördert die Bewegung das Körpergefühl. Dies ist gerade für Männer wichtig, die mit ihrem Äußeren unzufrieden sind und darum gegenüber Frauen unter mangelndem Selbstwertgefühl leiden - ein Phänomen, das sich nicht selten bei Patienten mit Erektionsstörungen findet, wie der Psychotherapeut Andreas Bartz vom Institut für Psychologische Schmerztherapie in Berlin beobachtet hat.
Bewegung kann Gefäßablagerungen vorbeugen
Auch körperlich wirkt sich Sport positiv aus, denn er fördert die Durchblutung.
Dies kommt Männern zugute, die wegen Arteriosklerose unter Erektionsstörungen leiden. Bei ihnen wird durch die Bewegung die Neubildung von Blutgefäßen angeregt und Herzarbeit sowie Sauerstoffausnutzung verbessert. Außerdem können die Patienten durch Sport weiteren Ablagerungen vorbeugen, da Blutfett- und Zuckerspiegel bei regelmäßiger Belastung günstiger liegen.
Vorsicht vor Rennradsatteln
Vor allem Ausdauersportarten empfehlen sich für Männer mit Erektionsstörungen. Wer sich fürs Fahrradfahren entscheidet, sollte seinen Sattel allerdings sorgfältig wählen: Ein schmaler Sattel reduziert den Blutfluss im Penis stärker als ein breiter Sattel und erhöht dadurch eventuell das Risiko für gefäßbedingte Erektionsstörungen. Dies hat eine Studie aus Korea mit 20 gesunden, potenten Probanden gezeigt. Der Kölner Urologe und Sportmediziner Dr. Frank Sommer bestätigt in seinem Buch "VigorRobic" diese Beobachtung. Er sei in mehreren Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Penisdurchblutung bei Rennradfahrern, die während der gesamten Fahrt auf dem Sattel sitzen, reduzierter sei als bei Männern, die stehend oder ein Liegerad fahren. (BSMO)
Quelle: BSMO-Gespräch mit Andreas Bartz vom Institut für Psychologische Schmerztherapie Berlin; International Journal of Impotence Research (12/2002); Dr. Frank Sommer, "VigorRobic", Meyer und Meyer Verlag, 2000






