Operativer Eingriff

Impotenz: Operation ist nur selten nötig

Für die Behandlung von Erektionsstörungen gibt es dank der wissenschaftlichen Fortschritte der letzten Jahre inzwischen eine Reihe von Methoden. Einen Durchbruch stellte die Entwicklung der Potenz-Tabletten dar, die vielen Männern eine einfache und wenig belastende, dabei gut verträgliche Therapie ermöglichen.

Neben den Potenz-Pillen stehen weitere medikamentöse Behandlungen zur Verfügung: beispielsweise die Injektion von gefäßerweiternden Substanzen in den Penis bzw. das Einführen derartiger Medikamente mittels Katheter in die Harnröhre. Zu den nicht medikamentösen Therapiemöglichkeiten gehören die Vakuumpumpen, die den Penis durch Anlegen eines Unterdrucks passiv versteifen.

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Operationen zur Verbesserung der Potenz stellen heutzutage den letzten Ausweg dar und werden dementsprechend nur noch in Erwägung gezogen, wenn die anderen Optionen ausscheiden. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die organische Schädigung, die zur Impotenz führt, sehr ausgeprägt ist, so dass andere Methoden nicht ausreichend wirken. Oder der betroffene Mann kann oder will auf die Alternativen nicht zurückgreifen, beispielsweise weil er die Medikamente nicht verträgt, eine Injektion in den Penis nicht wünscht und die Vakuumpumpen peinlich findet. In diesen Fällen ist zunächst ein ausführliches Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patienten (sowie gegebenenfalls dessen Partnerin) wichtig, denn die Operationen sind ein ernsthafter, belastender Eingriff, der gut überlegt sein will.

Erektionsfähigkeit wieder herstellen

Ziel der so genannten wiederherstellenden Chirurgie ist es, die Erektionsfähigkeit durch die Operation wieder zu ermöglichen. Generell gibt es zwei Methoden, die beide darauf basieren, dass die Erektion durch einen erhöhten Bluteinstrom in den Penis entsteht. Bei der ersten Methode wird - wie bei einer Herzbypassoperation - die Versorgung des Penis mit sauerstoffreichem Blut mit Hilfe eines zusätzlichen Gefäßes verbessert (Revaskularisationschirurgie).

Bei der zweiten Methode hingegen wird der Ausstrom des sauerstoffarmen Blutes aus dem Penis vermindert (Venenchirurgie). Welche Methode angewendet wird, hängt im Wesentlichen von den organischen Ursachen der Erektionsstörungen ab. Beide kommen jedoch nur bei einem relativ kleinen Teil der Patienten überhaupt in Frage, außerdem führen sie insbesondere langfristig betrachtet in relativ vielen Fällen zum Misserfolg.

Penisimplantate sind irreversibel

Die letzte, heutzutage nur noch selten angewendete Methode stellt das Penisimplantat dar. Bei ihm wird eine Prothese in den Penis eingesetzt, die den Geschlechtsverkehr ermöglichen soll. Die biegsamen Prothesen geben dem Penis generell Festigkeit. Sie sind wenig anfällig, Umfang und Länge des Penis verändert sich während des Geschlechtsverkehrs jedoch nicht - der Mann biegt ihn hierfür einfach nach oben.

Bei hydraulischen Modellen lässt sich der Penis demgegenüber "aufpumpen". Auf diese Weise verändert er seine Größe, doch die Modelle sind komplexer als die biegsamen und daher störanfälliger. Außerdem gehen sie mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher. Beide Protheseformen haben den entscheidenden Nachteil, dass ihre Implantation irreversibel ist: Durch die Fremdkörper kann das Gewebe im Penis so geschädigt werden, dass andere, möglicherweise zukünftig entwickelte, nichtprothetische Therapiemethoden nicht mehr in Frage kommen.


Quelle: Stief CG et al: Zeitgemäße Therapie der ED, Springer-Verlag. Brock GB: Issues in the Assessment and Treatment of Erectile Dysfunction: Individualizing and Optimizing Therapy for the "Silent Majority". www.medscape.com
Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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